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Jupp Hammerschmidt: "Das Klümpchensglas"

Jupp Hammerschmidt kommt mit seinem neuen Programm "Das Klümpchensglas" am 5. Dezember ins Jünglingshaus Eupen (bei Aachen)
© Jojo Ludwig

Mi., 05.12.18

Einlass 19.00 Uhr, Beginn 20.00 Uhr

Jünglingshaus Eupen

Neustraße 86

VVK: 12€ beim Kulturellen Komitee erhältich, AK: 14€

Karin Breuer

k.breuer@kultkom.be

+32 (0)87 / 74 00 28

Zur Website von Jupp Hammerschmidt

VERZICHT UND GENUSS IN DER EIFEL

Himbeerklümpchen, Luftschlangen, Alkohol, Pater Leppich, Krankheiten, Zwieback…:  Auf seine unverkennbare Art erinnert Jupp mit seinem neuen Programm an „die gute alte Zeit“, als das Leben in der Eifel sogar noch „in ordnunger“ war als heute…

 

Das Klümpchensglas war früher in der Fastenzeit ein Muss für jedes Eifeler Kind. Ab Aschermittwoch füllte sich das Glas peu à peu hauptsächlich mit diesen roten Himbeerklümpchen, die es zum Beispiel beim Bäcker gab. Am Karsamstagmittag durfte man sich über den Inhalt hermachen, Ostersonntag war das Gefäß ratzeputz leer, der Magen zum Platzen voll.

Nicht das einzige Thema, über das Jupp Hammerschmidt in seinem neuen Programm zu berichten weiß. Die Vorliebe des Eifelers für den Alkohol hat Giuseppe Verdi, der bekanntlich als „Verdis Jupp“ seinerzeit in der Nähe von „Kaiser Karls Bettstatt“ in Mützenich ein Ferienhäuschen besaß, in seinem berühmten „Trinklied“ besungen: „Der Eifler trinkt gern, und der Eifler trinkt viel“, das in Verdis Eifel-Oper „Schlaraffiata“  Eingang gefunden hat.

Hammerschmidt trägt sein Gedicht über die Entstehung des Brots vor, genauso wie einige seiner beliebten, tiefgründigen „Versenktexte“. Die unter den Kindern äußerst beliebte Fasteloovend-Tradition des Luftschlangenspannens quer über die Dorfstraße lässt Hammerschmidt in den Phantasien des Publikums wieder aufleben. Und in der „guten alten Zeit“, als das Leben in der Eifel sogar noch in ordnunger war als heute, bevölkerten im Sommer ja auch noch jede Menge Schwalben die Speicher der Häuser. Eine herrliche Zeit!

Eine Epoche, nach der sich heute viele zurücksehnen. Leider vergeblich.

Dass der Eifeler einen ganz speziellen Humor sein eigen nennt, dürfte sich inzwischen rumgesprochen haben. Für alle Fälle hält Jupp Hammerschmidt einige anschauliche Beispiele parat.

Und wenn die Eifeler Bauersfrau der Nachbarin auf dem Bürgersteig von ihren Krankheiten und deren Behandlungen erzählte, hatte das einen sehr speziellen Charme.

Theodor Fontanes ergreifende Ballade über „Herrn von Zwieback zu Zwieback emm Eifellank“ trägt Jupp in der ebenso authentischen wie mitreißenden Erstfassung in Eifeler Platt vor. Und sogar Pater Leppich, Jesuiten-Pater und Pop-Star in Personal-Union, das „Maschinengewehr Gottes“, lässt er für ein paar packende Momente auferstehen.

Dies alles und noch vieles mehr – in Jupps neuem Programm: „Das Klümpchensglas“.