Wieder Worte!


Anker


Jens Rosteck: "Brel: Der Mann, der eine Insel war"

Jens Rosteck am 15.10. im Jünglingshaus Eupen (bei Aachen).
© Jens Rosteck, mare

So. 15.10.17
Einlass 16 Uhr, Beginn 17 Uhr

Jünglingshaus Eupen

Neustraße 86

9€ / 6€* beim Kulturellen Komitee 

Karin Breuer

k.breuer@kultkom.be

+32 (0)87 / 74 00 28

Website von Jens Rosteck

"Brel: Der Mann, der eine Insel war"


»Es gibt zwei Arten von Menschen: Es gibt die Lebenden. Und mich.
Und ich, ich bin auf See.«
Jacques Brel


Ein knappes Jahrzehnt bevor Leonard Cohen und Bob Dylan sich aufmachten, die Welt zu erobern, betrat ein nicht mehr ganz junger Belgier mit demselben Ziel die Bühnen von Paris: ein schlaksiger Barde namens Jacques Brel. Bald lag die Welt des Chansons dem beeindruckenden Sänger mit der expressiven Mimik zu Füßen. Brel bezirzte das Publikum durch seine Darbietung und sein Repertoire, in dem er neben seltenen Ausflügen in die Melancholie raue Matrosen-Romantik zelebrierte, sich über Spießer
mokierte oder zarte Worte für das Altern und die Zerbrechlichkeit der Liebe fand. 1967, auf dem Höhepunkt seines Ruhmes, beendete er völlig unerwartet seine Bühnenkarriere. Als habe er geahnt, wie wenig Zeit ihm noch blieb, frönte er jenseits des Rampenlichts umso exzessiver seinen Leidenschaften: den Frauen, dem Filmemachen, dem Fliegen und dem Segeln. Seine monatelangen Segeltouren führten Brel schließlich ans Ende der Welt: nach Polynesien. Hier lebte er als direkter Nachbar von Paul Gauguin, verdingte sich als fliegender Briefträger und schien endlich angekommen. – Bis er, mit nur 49 Jahren viel zu früh, auf »seiner« Insel Hiva Oa die letzte Ruhe fand. Mit großer Kennerschaft und Einfühlung nähert sich der Musikwissenschaftler und Frankreich-Spezialist Jens Rosteck dem facettenreichen Leben und Schaffen des Ausnahmekünstlers Jacques Brel. Er beleuchtet den oft widersprüchlichen, umtriebigen Charakter des großen Zweiflers, liefert feinsinnige Interpretationen einigerausgewählter Chansons und erweckt auf gewohnt intelligente und kurzweilige Weise Musikgeschichte zum Leben.


Zum Autor: Jens Rosteck, 1962 geboren, lebte viele Jahre in Paris und an der Côte d’Azur, wo er neben Essays zur Musik- und Literaturgeschichte eine Reihe von literarischen Biografien verfasste, u. a. über Paul Bowles, Kurt Weill, Oscar Wilde und Bob Dylan. Zuletzt publizierte er viel beachtete Monografien über Hans Werner Henzeund Édith Piaf. Der promovierte Musikwissenschaftler, Kulturgeschichtler, Pianist und Autor mehrerer
Städteporträts wohnt heute im Badischen. Für mare schrieb er, neben zahlreichen Aufsätzen, sein Inselbuch Mein Ibiza (2013).
 



* Reduziert: unter 16, ab 60, mit EUROjuka, mit Schüler- und Studentenausweis, für Menschen mit Behinderung