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KultKom

RetroVision _ Casablanca

RetroVision

CASABLANCA
USA 1942, 102 Min., Melodram
Regisseur: Michael Curtiz
Hauptdarsteller: Humphrey Bogart, Ingrid Bergman, Paul Henreid

Handlung
1941 versuchen zahlreiche Flüchtlinge, über Casablanca nach Lissabon und weiter nach Amerika zu gelangen. Der Nachtclubbesitzer Rick Blaine trifft dort seine frühere große Liebe Ilsa wieder, die inzwischen mit dem Widerstandskämpfer Victor László verheiratet ist. Obwohl Rick und Ilsa noch Gefühle füreinander haben, entscheidet sich Rick dafür, László und Ilsa bei der Flucht zu helfen. Damit stellt er seine persönlichen Wünsche über die politische Situation und entscheidet sich letztlich gegen die Nazis.

Hintergrund
Casablanca entstand 1942, mitten im Zweiten Weltkrieg, und war damit nicht nur ein Liebesfilm, sondern auch ein politischer Film über Flucht, Widerstand und die Entscheidung zwischen persönlichem Glück und Verantwortung. Casablanca steht dabei für einen Zwischenort, an dem sich Menschen aus dem von Deutschland besetzten Europa sammeln und auf eine Möglichkeit zur Weiterreise hoffen.

Besonders bemerkenswert ist die Besetzung: Ein großer Teil der Schauspieler stammte selbst aus Europa und war vor dem Nationalsozialismus geflohen oder hatte jüdische Wurzeln. Dadurch bekam der Film eine besondere historische Dimension. Viele Darsteller kannten Verfolgung, Flucht und den Verlust ihrer Heimat aus eigener Erfahrung.

Auch die Schauspieler, die deutsche Nazis darstellen, waren teilweise jüdischer Herkunft oder vor den Nationalsozialisten aus Europa geflohen. So spielte S. Z. Sakall, ein ungarisch-jüdischer Schauspieler, den Kellner Carl. Curt Bois, ebenfalls ein jüdischer deutscher Schauspieler und Emigrant, verkörperte den Taschendieb. Besonders interessant ist Conrad Veidt, der den Major Strasser spielt: Veidt war selbst Gegner des Nationalsozialismus, mit einer jüdischen Frau verheiratet und hatte Deutschland bereits 1933 verlassen. In Casablanca verkörperte ausgerechnet er einen hochrangigen Nazi.

Auch Regisseur Michael Curtiz war jüdischer Herkunft und stammte aus Ungarn. Er emigrierte in die USA und wurde dort einer der bedeutendsten Hollywood-Regisseure. Die Produktion von Casablanca war deshalb in vieler Hinsicht von den Erfahrungen europäischer Emigranten geprägt.

Diese Besetzung erzeugt eine bemerkenswerte Spannung: Menschen, die vor dem Nationalsozialismus geflohen waren, spielten im Film teilweise diejenigen, die das nationalsozialistische Deutschland verkörperten. Für das amerikanische Publikum von 1942 muss dieser Gegensatz eine besondere Wirkung gehabt haben. Der Film zeigt damit nicht nur einen fiktiven Konflikt, sondern spiegelt indirekt die reale Situation vieler europäischer Flüchtlinge wider.

Casablanca wurde dadurch zu einem der bekanntesten Filme des klassischen Hollywoods und verbindet Liebesgeschichte, politische Propaganda, Flüchtlingsgeschichte und antifaschistische Haltung miteinander.

RetroEinheitspreis 7 €