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KultKom

KINDEROPER THEATER AACHEN Brundibár

Theater, Specials

BRUNDIBÀR
Oper für Kinder von Hans Krása
Text von Adolf Hoffmeister
Fassung für zwei Klaviere von Peter Müller

Hungrig und in Sorge, der kranken Mutter keine Milch kaufen zu können, beschließen die Geschwister Aninka und Pepíček, mit Straßenmusik ihr Geld zu verdienen. Der grimmige Drehorgelspieler Brundibár allerdings macht ihnen einen Strich durch die Rechnung. Mit Hilfe vieler Tiere und der Nachbarskinder können sie Brundibár vertreiben und das rettende Geld durch ihren enormen Zusammenhalt einholen.

Die Aufführungsgeschichte von Krásas Oper von Kindern und für Kinder ist untrennbar mit der Besatzung der Nationalsozialisten in der damaligen Tschechoslowakei verbunden. Nach der Uraufführung in einem jüdischen Waisenhaus gelangte das Werk im Ghetto Theresienstadt seit 1943 über 50 Mal zur Aufführung. Dorthin waren der Komponist und viele Beteiligte der Uraufführung von den Nationalsozialisten verschleppt worden.

Das Theater Aachen und insbesondere der Kinder- und Jugendchor Aachen setzen mit ihrer Aufführung von «Brundibár» ein Zeichen für Menschlichkeit und gegen das Vergessen. Mit einer Vorstellung im Jünglingshaus Eupen in KoOperation mit KultKom wird das Thema der Freundschaft und des wichtigen Zusammenhalts für Kinder zwischen 8 und 12 Jahren sinnlich erfahrbar gemacht.

Tagespreis 6€
Eine KoOperation des Theater Aachen mit KultKom.

 

Die Aufführungsgeschichte der Kinderoper «Brundibár» im Ghetto Theresienstadt gehört zu den bewegendsten und tragischsten Kapiteln der Musikgeschichte während des Holocausts.

1. Entstehung und heimliche Uraufführung
Der tschechisch-jüdische Komponist Hans Krása und der Librettist Adolf Hoffmeister schrieben die Oper 1938. Im Winter 1941 wurde sie heimlich im jüdischen Waisenhaus in Prag uraufgeführt.

2. Kultur als Überlebensstrategie in Theresienstadt
Nach seiner Deportation nach Theresienstadt rekonstruierte Krása die Partitur aus dem Gedächtnis. Die Oper wurde für die inhaftierten Kinder zu einem Zeichen der Hoffnung und des Zusammenhalts.

  • Hoffnung und Trost: Während der Proben und Aufführungen konnten die Kinder Hunger, Angst und Lageralltag zeitweise vergessen.
  • Die Realität: «Brundibár» wurde 55-mal aufgeführt. Da Darsteller deportiert wurden, mussten andere Kinder kurzfristig ihre Rollen übernehmen.

 

3. Missbrauch als NS-Propaganda
1944 nutzten die Nationalsozialisten die Oper, um Theresienstadt gegenüber einer Delegation des Internationalen Roten Kreuzes als vermeintlich idyllischen Ort darzustellen.

  • Inszenierte Normalität: Für den Besuch wurden die Aufführungsbedingungen künstlich verbessert.
  • Der Propagandafilm: Kinder mussten Szenen der Oper für einen NS-Propagandafilm nachspielen, der ein falsches Bild des Lagerlebens vermitteln sollte.

 

4. Das tragische Ende der Darsteller
Im Oktober 1944 wurden Hans Krása, der Regisseur František Zelenka und zahlreiche beteiligte Kinder nach Auschwitz-Birkenau deportiert und ermordet.

Symbolik bis heute
Der Sieg über den tyrannischen Brundibár wurde als Symbol für Mut und Widerstand verstanden. Heute erinnert die Oper weltweit an die Kinder von Theresienstadt und die Verbrechen des Holocausts.